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Offiziere für Abrüstung

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aus DER SPIEGEL 39/1984

Zu einem ungewöhnlichen Friedenspakt haben sich in Schleswig-Holstein Mitglieder der Gruppe »Christen für Frieden und Abrüstung« in der Nordelbischen Evangelischen Kirche und aktive Offiziere zusammengefunden. Sie fordern dazu auf, »die Rüstung in Ost und West einzufrieren«. Der Gesprächskreis, zu dem auch der Standortkommandant der Marineflieger-Lehrgruppe in Westerland, Fregattenkapitän Peter Gladziejewski, und sein Stellvertreter, Fregattenkapitän Klaus-Dieter Torlee, gehören, schreibt in einem Thesenpapier, »mehr Rüstung in Ost und West« sei nicht geeignet, »mehr Sicherheit« zu gewährleisten. Ihre Forderungen begründen die Verfasser auch mit der »besonderen Verantwortung«, die »wir für die ökonomischen und politischen Abhängigkeiten der Staaten der 3. Welt« tragen. Sie regen an, Wirtschaftskraft und wissenschaftlich-technische Fähigkeiten statt für die Rüstung »mehr als bisher« dafür einzusetzen, den Menschen in Entwicklungsländern »zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen«. Schon einmal haben sich Offiziere der Bundeswehr öffentlich in die Friedensdiskussion eingeschaltet. Diese Gruppe verlangte letzten Herbst in einem »Darmstädter Signal«, von der »sicherheitsgefährdenden sogenannten Nachrüstung mit Pershing 2 und Cruise Missiles abzulassen«. Die Heeresführung bestellte daraufhin einige Unterzeichner zur Belehrung.

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