Zur Ausgabe
Artikel 10 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Ohne Führung

aus DER SPIEGEL 3/1989

Der Reichsbund der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen e.V. bleibt einstweilen führungslos. Zuerst verbot ihm das Bonner Amtsgericht wegen getürkter Mitgliederzahlen, einen neuen Bundesvorsitzenden zu wählen (SPIEGEL 2/1989). Jetzt ist es wieder ungewiß, wer Nachfolger des im September zurückgetretenen Vorsitzenden Hermann Meyer wird, der nur Probleme und Steuernachforderungen in zweistelliger Millionenhöhe hinterlassen hat. Der frühere Bundesbauminister Karl Ravens, inzwischen Vizepräsident des niedersächsischen Landtags, hat sich zwar bereit erklärt. Einflußreiche Genossen in Bonn raten ihm aber ab, den affärenbehafteten Verein zu übernehmen, bevor nicht alle Manipulationen aufgeklärt sind. Der amtierende Bundesvorsitzende Hermann Salomonson mußte inzwischen ein Dementi zurücknehmen und bestätigen, daß der Reichsbund die Mitgliederstatistik frisiert hat. Der Verband, so Salomonson am vergangenen Donnerstag im Fernsehen, habe nicht 769 000 Mitglieder - wie im Bundesanzeiger veröffentlicht -, sondern »nach den letzten Feststellungen 409 000 beitragzahlende Mitglieder«.

Zur Ausgabe
Artikel 10 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.