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STANDORTBEZOGENE DIENSTE Ortung des Örtchens

aus DER SPIEGEL 12/2001

Die Blase drückt, wo findet sich die nächste Toilette? Hoffentlich ist es nicht die im Gelsenkirchener Hauptbahnhof, dort soll sich nach Meinung der Nutzer des mobilen Toilettenführers woklo.de die übelste Verrichtungsstätte des ganzen Ruhrgebiets befinden. Bald kann der Dienst sogar automatisch das nächstgelegene Örtchen anzeigen, ohne dass der Nutzer seinen Aufenthaltsort extra angeben muss. Wenn das GPRS-Netz richtig läuft, soll relativ genau zu ermitteln sein, in welcher Umgebung sich der Nutzer gerade befindet. Aus dieser Lokalisierungsfunktion ergeben sich ganz neue Geschäftsmodelle für ortsbezogene Dienste.

Autofahrer können per Handy bei clever-tanken.de die nächste Tankstelle ausfindig machen, Zimmersuchende in fremden Städten bei bedhunter.de schnell ein Hotel in der Nähe finden. Bankkunden entdecken künftig so den Geldautomaten um die Ecke und Hungrige ein Restaurant nach ihrem Geschmack. Sie wählen sich über ihr Handy in einen Dienst, tippen »Sushi Bar« ein, lassen sich den Weg beschreiben und zum Ziel bringen.

Und wenn sie es denn wollen, dann werden ihnen sogar Werbebotschaften gesendet, und zwar genau von den Geschäften, in deren Nähe sie sich im Moment befinden. Als Anreiz, den Text zu lesen, bekommen sie einen Rabatt, wenn sie in den Laden gehen und dort einkaufen.

Schon seit vergangenem Jahr bietet in Südkorea der Provider SK Telecom seinen Kunden solche so genannten Location Based Services. Dort kann man über den Dienst Locate a friend zum Beispiel ermitteln, ob sich gerade ein Freund oder ein Familienangehöriger in der Nähe aufhält - sofern diese zuvor zugestimmt haben, sich ausfindig machen zu lassen.

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