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Oswald Kaduk

aus DER SPIEGEL 5/1979

wurde am 26. August 1906 in Königshütte/ Oberschlesien geboren. Er besuchte die Volksschule und wurde Metzger. Ende 1939 trat Kaduk freiwillig in die Allgemeine SS ein; 1940 wurde er zur Waffen-SS nach Berlin eingezogen. Er kam an die Ostfront, wurde aber nach mehreren Erkrankungen 1942 nach Auschwitz versetzt. Er war zunächst Blockführer und schließlich Rapportführer, eine Art »Lagerspieß«. Der SS-Unterscharführer blieb bis Januar 1945 in Auschwitz.

Nach der Kapitulation arbeitete Kaduk in einer Zuckerfabrik in Löbau. Im Dezember 1946 wurde er von einem ehemaligen Auschwitz-Häftling wiedererkannt und von einer sowjetischen Militärstreife festgenommen. Ein sowjetisches Militärgericht verurteilte ihn im August 1947 zu 25 Jahren Zwangsarbeit. Im April 1956 wurde Kaduk begnadigt. Er verließ die DDR und nahm in West-Berlin eine Stelle als Krankenpfleger an. Im Juli 1959 wurde Kaduk verhaftet, am 19. August 1965 vom Schwurgericht des Landgerichts Frankfurt wegen Mordes in zehn Fällen, des gemeinschaftlichen Mordes in mindestens tausend Fällen und weiter in mindestens zwei Fällen zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Das Frankfurter Gericht bezeichnete Kaduk als »einen der grausamsten, brutalsten und ordinärsten SS-Männer« im KZ Auschwitz.

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