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Otto Eisenmann

aus DER SPIEGEL 19/1965

Otto Eisenmann, 52, FDP-MdB aus dem holsteinischen Itzehoe, der in einem Interview mit der rechtsradikalen »Deutschen National-Zeitung und Soldaten-Zeitung« erklärt hatte, er habe »bei Gesprächen in Amerika mit Freunden der Zionisten-Bewegung« festgestellt, »daß diese seit Jahren den Standpunkt vertreten, im Interesse des deutschen Volkes und im Interesse der Aussöhnung zwischen uns und der Judenheit müsse es zu einer Generalamnestie kommen«, erhielt aus Tel Aviv eine anonyme Postkarte mit der Aufschrift: »An den Nazi Otto Eisenmann, MdB, Bonn.« Der Absender: »Das könnte Dir so passen, daß Deine intimen Freunde, alle Nazi-Massenmörder, generalamnestiert werden.« Eisenmann, der bei der Staatsanwaltschaft in Tel Aviv Anzeige gegen Unbekannt erstatten will: »Wie kommt die Post dazu, solche Sachen zuzustellen?« Das Postamt Bonn. »Das ist keine Anschrift, die wir als zulässig anerkennen. Es wundert uns direkt, daß das zugestellt wurde.«

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