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Otto Hellmuth

aus DER SPIEGEL 18/1958

Otto Hellmuth, 61, seit 1922 Dr. med. dent., von 1927 bis Kriegsende Gauleiter der NSDAP in Mainfranken, den die amerikanischen Besatzungsbehörden 1947 zum Tode verurteilten, später zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigten und 1955 freiließen, wurde in Reutlingen (Baden-Württemberg) ein halbes Jahr nach seiner Niederlassung als Zahnarzt zu sämtlichen Krankenkassen zugelassen: 21 andere Bewerber blieben unberücksichtigt. Erläuterte Gewerkschaftssekretär, SPD-Mitglied und AOK-Vertreter im Zulassungsausschuß, Christian Benz: Der Ausschuß habe den Dr. Hellmuth nicht übergehen können, denn er besitze die älteste Approbation, was nach der neuen Zulassungsordnung für Kassenzahnärzte* entscheidend sei.

* Gemäß § 22 der Verordnung, die seit dem 1. Juni 1957 in Kraft ist, erfolgt die Auswahl unter mehreren Bewerbern nach folgenden Gesichtspunkten: Berufliche Eignung, Approbationsalter, Dauer der ärztlichen Tätigkeit und (im Falle der Erstzulassung des Bewerbers) die Eigenschaft als Schwerbeschädigter.

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