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Otto Mörike

aus DER SPIEGEL 50/1957

Otto Mörike, 60, Dekan und 1. Pfarrer in Weinsberg (Baden -Württemberg), reagierte mit heftiger Kritik an der bundesdeutschen Strafjustiz auf einen Einbruch in sein Arbeitszimmer (die Familie saß gerade an der Mittagstafel), bei dem 230 Mark gestohlen worden waren. Im »Nachrichtenblatt der Stadt Weinsberg« behauptete Mörike, daß »die mit bodenloser Frechheit am hellichten Tag begangenen Einbrüche« auf ein Mindestmaß reduziert werden könnten, wenn die Justiz mit »Tagedieben« anders als bisher verfahren würde. An solchen Taugenichtsen sollte die Polizei nach

der Festnahme »eine sehr handgreifliche und äußerst schmerzhafte Prügelstrafe« vollziehen, dann würde man höchstwahrscheinlich in kurzer Zeit vor dieser Landplage Ruhe haben. »Diese elenden Brüder werden gegenwärtig im Zeichen der demokratischen 'Menschenwürde' so gelinde behandelt, daß sie für ihr wertes Dasein und Hinterteil sehr wenig zu fürchten haben.«

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