Zur Ausgabe
Artikel 14 / 100
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

HAUPTSTADT Palast als Dauerbaustelle

aus DER SPIEGEL 37/2006

Jede Menge neuen Ärger bereitet der Abriss des Palasts der Republik in Berlin. Erst im Dezember war der Auftrag für 6,4 Millionen Euro vergeben worden; jetzt liegen der Bauleitung bereits Nachträge für Zusatzarbeiten über 9,6 Millionen Euro vor. Der Rückbau des DDR-Symbols, der Ostern 2007 abgeschlossen sein sollte, wird sich zudem um mindestens ein Jahr verzögern. Ursache sind laut Berliner Bausenat unerwartete Asbestfunde - dabei liegt den Bauherren seit langem eine Studie vor, in der auf ebenjene Asbestreste hingewiesen wird, »die zwischen Fertigteilplatte und Stahlträger noch vorhanden sein können«.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, sieht Anhaltspunkte dafür, dass die Kontaminierung bekannt war, »aber ein Angebot angenommen wurde«, das »erkennbar notwendige Schutzmaßnahmen nicht berücksichtigt hatte und deshalb günstiger war« als Offerten der Mitbewerber. Ratzmann hat jetzt Strafanzeige wegen »Körperverletzung, Luftverunreinigung, schwerer Gefährdung durch Freisetzung von Giften, dem unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen sowie Untreue und Betrug« gestellt.

Zur Ausgabe
Artikel 14 / 100
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.