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ELFENBEINKÜSTE Paris auf Kriegspfad

aus DER SPIEGEL 52/2002

Drei Monate nach Ausbruch der Rebellion in Elfenbeinküste läuft Frankreich Gefahr, tief in den Bürgerkrieg hineingezogen zu werden. Paris verlegte zusätzliche Elitetruppen in das westafrikanische Land, über das Präsident Laurent Gbagbo großenteils die Kontrolle verloren hat. Mit der »Operation Einhorn« sollen die französischen Fallschirmjäger für die Einhaltung der prekären Waffenstillstandsvereinbarung sorgen. Sie haben die Ermächtigung, das Feuer gegen alle zu eröffnen, die sich ihrem Auftrag widersetzen. Das empfinden die Aufständischen von der »Patriotischen Bewegung der Elfenbeinküste« als Kampfansage. Tatsächlich trägt die Intervention der Franzosen dazu bei, die umstrittene Regierung zu stabilisieren. Zwar erklärte Frankreichs Außenminister Dominique de Villepin, einziges Ziel sei die Suche nach Frieden und nationaler Aussöhnung für das in drei Teile zerrissene Land. Damit aber gibt Paris seine Politik der Nichteinmischung auf und versucht, die Vormachtstellung in der Ex-Kolonie zurückzugewinnen. Motto: »Wir oder das Chaos.«

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