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Partner-Studie in den USA

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aus DER SPIEGEL 41/1983

Amerikanische Paare, verheiratet oder nicht, leben, was Sexualität und Partnerschaft betrifft, »erheblich konservativer«, als Sexualforscher vermutet hatten. Zu diesem Ergebnis kam die bislang umfangreichste Studie über amerikanische Paare, ausgeführt von Soziologen der Universität Washington in Seattle. Mehr als 12 000 Personen, darunter auch Homosexuelle beiderlei Geschlechts, wurden im Verlauf von acht Jahren über Sexgewohnheiten, Konflikte in ihrer Beziehung und Einstellung zum Partner befragt. Danach leben - anders als TV-Serien wie »Dallas« oder »Denver« glauben machen - 75 Prozent aller Paare vorwiegend monogam. Die Sex-Häufigkeit liegt, wenn das Paar länger als zwei Jahre zusammen ist, mehrheitlich bei ein- bis dreimal pro Woche, auch bei homosexuellen Paaren. Zu den Faktoren, welche die Dauerhaftigkeit der Paarbindung bedrohen, gehören Unzufriedenheit beim Sex, vor allem aber Macht-Probleme im Zusammenhang mit dem Einkommen: Ehen sind zumeist bedroht, wenn die Frau mehr verdient als der Mann. Bei homosexuellen Paaren wird das Fremdgehen eines Partners häufig toleriert, bei Ehepaaren und lesbischen Paaren bedroht Untreue die Beziehung stark. Als Anzeichen zunehmender Gleichberechtigung wurde gewertet, daß Frauen in den USA inzwischen ebenso häufig fremdgehen wie Männer und oralen Sex ebenso schätzen wie diese.

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