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Kirche Peinliche Akten

aus DER SPIEGEL 6/1996

Die engen Kontakte zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der DDR-Staatspartei SED sollen nach dem Willen der Kirche möglichst nicht weiter untersucht werden. Nach einem seit Anfang des Jahres gültigen Archivgesetz der EKD unterliegen entsprechende Kirchenakten praktisch der Zensur.

Nach Paragraph 10 ist die Benutzung des Archivgutes »einzuschränken oder zu versagen«, wenn »Grund zu der Annahme besteht, daß der Evangelischen Kirche in Deutschland oder einer ihrer Gliedkirchen wesentliche Nachteile entstehen«.

Kritischen Nachforschungen vorenthalten bleibt so die Hinterlassenschaft des DDR-Kirchenbundes, der einst von Manfred Stolpe, jetzt Ministerpräsident in Brandenburg, gemanagt wurde. Diese Akten geben Aufschluß über die Vorgeschichte der EKD, Kungeleien mit der SED sowie den Umgang mit kritischen Pfarrern.

Die Sperre soll sogar für Akten gelten, die normalerweise nach Ablauf einer »Schutzfrist von 30 Jahren« eingesehen werden könnten. Unterzeichnet hat das Gesetz der Präses der EKD-Synode, der SPD-Politiker Jürgen Schmude.

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