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Pensionsaffäre Peinliche Klage

aus DER SPIEGEL 21/1995

Eine für den saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine peinliche Klage liegt derzeit bei der 4. Zivilkammer des Landgerichts Saarbrücken. Die Keramik-Künstlerin Margret Lafontaine, 42, wirft darin ihrem Ex-Mann unseriöses Finanzgebaren vor und fordert Geld zurück. Außerdem habe er Amt und Privatleben nicht sauber auseinandergehalten.

Lafontaine habe bei der Ehescheidung 1988 sogar den saarländischen SPD-Justizminister Arno Walter als Beistand eingeschaltet, um finanzielle Vorteile für sich herauszuholen: Unmittelbar vor dem Scheidungstermin am 9. November 1988 beim Familiengericht Saarbrücken, behauptet Margret Lafontaine, hätten der Ministerpräsident und Adlatus Walter ihr in der Staatskanzlei ein Papier zur Unterschrift vorgelegt, in der die Zahlung von Unterhalt auf vier Jahre begrenzt wurde.

Die Künstlerin, die mit Lafontaine einen zwölfjährigen Sohn hat, wirft ihrem Ex-Mann und seinen Beratern zudem vor, sie hätten öffentlich geflunkert: Vor dem Landtag hatte Walter während Lafontaines Pensionsaffäre (SPIEGEL 23/1992) den Eindruck erweckt, Lafontaines Bezüge würden dadurch verknappt, daß Teile davon dauerhaft an dessen beide Ex-Frauen gingen; die erste Ehe des Saar-Ministerpräsidenten war 1982 geplatzt. Insofern, so Margret Lafontaines Rechtsanwalt Detlef Thiery in einem Brief an den Ministerpräsidenten, sei »in der Öffentlichkeit der unzutreffende Eindruck vermittelt worden, daß unsere Mandantin auch vier Jahre nach ihrer Ehescheidung noch an Ihren Amts- und Versorgungsbezügen partizipiert«.

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