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Pentagon zeigt Superbomber

aus DER SPIEGEL 20/1988

Eines der am besten gehüteten Geheimnisse der amerikanischen Rüstung wurde jetzt ein wenig gelüftet: Das Pentagon veröffentlichte erstmals eine Zeichnung des vom kalifornischen Flugzeugkonstrukteur Northrop gebauten strategischen Zukunfts-Bombers B-2. Der fliegende Flügel soll dank seiner Form und einer speziellen Beschichtung feindlichen Radarsuchstrahlen praktisch keine Reflexionsfläche mehr bieten. Die sägezahnförmige Hinterkante des Bombers soll zudem die zuvor gekühlten Abgase der vier Turbinen so verwirbeln, daß sie auch für empfindliche Infrarot-Detektoren nicht mehr zu entdecken sind. Die Existenz des ähnlich konstruierten Jägers F-19, der seit Jahren in mehreren Dutzend Exemplaren eingesetzt wird, leugnet das Pentagon aus Geheimhaltungsgründen noch immer. Mit der Aufdeckung des »Stealth« (englisch für Heimlichkeit) wollen Amerikas militärische Planer aufkommender Kongreß-Kritik an dem Rüstungsprogramm begegnen. Nachdem der Jungfernflug des Superbombers bereits um ein Jahr auf kommenden Herbst vertagt werden mußte, fürchten die Abgeordneten, das von ihnen kaum zu kontrollierende Geheimprojekt könne weit mehr kosten als jene 36,6 Milliarden Dollar, die bislang für 132 B-2-Bomber eingeplant wurden - schon jetzt ist »Stealth« das teuerste Flugzeug der US-Rüstungsgeschichte.

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