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Briefe

Permanenter Krieg
aus DER SPIEGEL 41/2003

Permanenter Krieg

Nr. 39/2003, Unternehmer: SPIEGEL-Gespräch mit dem Molkerei-König Theo Müller über seinen Plan, vor der Erbschaftsteuer zu fliehen

Wenn Herr Müller schon ein König, wenn auch nur ein Molkerei-König, ist, sollte er bedenken, dass auch und gerade Könige eine soziale Verantwortung für die Allgemeinheit tragen.

HOLLER (RHLD.-PF.) DIETER BAUMGÄRTNER

Der Mann hat ein Weltbild, dass es einem gruseln kann: Umzingelt von Feinden, führt er einen permanenten Krieg gegen alles und jeden. Er schimpft auf den Steuerirrsinn, schöpft aber gern alle legalen Möglichkeiten, die ihm dadurch geboten werden, aus. Das Subventionssystem funktioniert seiner Meinung nach nicht, Subventionen werden aber gern eingetütet. Patriot will er auch noch sein, aber die Erbschaftsteuer will er umgehen. Schade, dass im Interview der Führungsstil des Hauses Müller nicht erwähnt wurde. Man hätte vermutlich auch Beispiele »wahrer Souveränität« erfahren können. Meine Empfehlung: »Alles Müller, lieber nicht«!

NEUNKIRCHEN HANS-JOACHIM STROHMEYER

Theo Müller hat in 32 Jahren die Zahl seiner Beschäftigten mehr als vertausendfacht. Sicher eine große Leistung, aber wäre sie möglich gewesen ohne die Ausnutzung von Steuervergünstigungen und Subventionen? Er findet für den Staat keine guten Worte und sieht sich als Opfer. Er spricht von Enteignung und behält doch 70 Prozent seines Vermögens. Enteignete werden ihn wohl kaum als Schicksalsgenossen bedauern.

LAATZEN (NIEDERS.) BERNHARD DAMMERMANN

Wer jetzt nicht über die Möglichkeit wie Herr Müller verfügt, mal eben in die Schweiz umzuziehen, und dennoch dessen Produkte weiterhin kauft, dem ist doch nicht mehr zu helfen, oder?!

HILDEN (NRDRH.-WESTF.) GERHARD HOFFMANN

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