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Briefe

Persönliches Heil
aus DER SPIEGEL 24/1994

Persönliches Heil

(Nr. 22/1994, Kriminalität: Weniger Straftaten durch mehr Polizei?)

Es geht schon lange nicht mehr darum, über den Popanz Verbrechen den Personalbestand der Polizei auszubauen. Wir brauchen mehr Polizisten, um die gestiegenen Anforderungen noch in einer Weise befriedigen zu können, die den Mindestanforderungen genügen. *UNTERSCHRIFT: Stein-Bockenheim (Rhld.-Pf.) ERNST SCHARBACH Gewerkschaft der Polizei

Viele Polizeiführer sehen unbefriedigende Statistiken als ihr persönliches Heil an. So können sie mehr Personal fordern, das Ansehen als Chef fördern. Junge Kollegen werden dafür auf die Straße geschickt, um die Statistik aufzupolieren. Hilfe- und Dienstleistungen sowie Gefahrenabwehr sind nicht gefragt, da sie nicht statistisch erfaßt werden. *UNTERSCHRIFT: Melle SIEGFRIED SCHNEGELBERGER Polizeibeamter

Im Gegensatz zu einem Wirtschaftsunternehmen ist der Polizei der Auftrag Gefahrenabwehr und Strafverfolgung gesetzlich vorgegeben. Das Recht des Bürgers auf Schutz seiner höchstpersönlichen Rechtsgüter hat bei uns Verfassungsrang. Es steht deshalb nicht im Belieben der Polizei, ihre Aufgabenschwerpunkte und ihren Ressourceneinsatz nach unternehmerischen Gesichtspunkten an vermuteter Kundenakzeptanz auszurichten. Polizeiliche Ermittlungsarbeit kann durch nichts und niemanden ersetzt werden. Und wer nicht sieht, daß viele Ermittlungen in erster Linie an Engpässen scheitern, nimmt die polizeiliche Praxis nicht wahr. *UNTERSCHRIFT: Stuttgart GOSBERT MÜLLER Landeskriminaldirektor a. D. und FRANZ-HELLMUT SCHÜRHOLZ Präsident des LKA Baden-Württemberg

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