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Peter Kubelka,

aus DER SPIEGEL 38/1992

58, Inhaber des einzigen deutschen Lehrstuhls für »Film und Kochen als Kunstgattung«, verunsicherte seine Fangemeinde. Während des Symposiums »Ursprung und Zukunft des Designs am Beispiel Essen und Trinken« in Bremen hatte der Frankfurter Professor vom »Kochen als der ältesten schöpferischen Tätigkeit des Menschen« geschwärmt, Beefsteak-Tatar ("Es lebt") mit einem Steinmesser bearbeitet, beim Aufschlagen eines Eis den »Prozeß der Herstellung und des Entwurfs« gerühmt und Pfefferkörner zur Demonstration mit einem Faustkeil zermalmt. »Beim Essen«, so Kubelka, »feiere ich meine Existenz.« Eine Gruppe von Bewunderern begleitete den Küchen-Künstler weit nach Mitternacht zum Bahnhof. Ungeachtet der irritiert dreinblickenden Jünger hielt Kubelka an einer Imbißstube und stärkte sich mit drei Würsten. Kubelka: »Nach der Nouvelle cuisine hat man immer Hunger nach was Anständigem.«

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