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Peter Struck,

aus DER SPIEGEL 47/1998

55, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag und Hobby-Motorradfahrer, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Äußere geht. Selbstverständlich würde er nicht in Lederkleidung Motorrad fahren: »Bei dem Alter und mit Glatze in Lederkleidung, das paßt irgendwie nicht«, verkündete er bei der Talkshow »Herman & Tietjen« im Norddeutschen Rundfunk. Auch würde er nicht in Motorradkluft im Bundestag auftreten, da »wird auch der neue Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, glaub' ich, Einspruch erheben«. Der sei »ja jetzt auch sehr elegant oder eleganter gekleidet als vorher«, geriet Struck ins Plaudern: »Beim Bart haben wir auch dafür gesorgt, daß er ein bißchen besser aussieht, damit er nicht mehr in solchen Klamotten ins Plenum reinkommt«, verriet Struck das Geheimnis von Thierses plötzlicher Wandlung von einer brandenburgischen Buschhecke zum relativ gepflegten Zehn-Tage-Bartträger mit gefällig sitzendem Anzug. Wie es dabei hinter den Kulissen des Bundestags zuging, ließ sich der Fraktionsvorsitzende dann auch noch entlocken: »Wir haben ihn schon ein bißchen beraten. Wir haben gesagt: Wolfgang, also ein Bundestagspräsident muß schon ein bißchen anders aussehen, als du im Augenblick aussiehst. Als Präsident, der da oben sitzt, kann man nicht wie ein Schluffi aussehen. Man muß schon ein bißchen Autorität ausstrahlen.« Struck zufrieden: »Aber ich finde, er macht das sehr gut.«

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