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Picasso am Kaufhaus

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aus DER SPIEGEL 24/1985

»Eine Art Open-Air-Ausstellung« plant das Münchner Kaufhaus Ludwig Beck ("Am Rathauseck"), dessen Firmengründer als ehemaliger königlich-bayrischer Hoflieferant mitverantwortlich war für die Prunkausstattung des Märchenschlosses Neuschwanstein. Anläßlich des 125jährigen Betriebsjubiläums soll die häßliche Ostfassade des Textil-Tempels im kommenden Jahr mit einem echten Picasso verschönert werden. Das fünf mal zehn Meter große Kunstwerk, vom Meister 1960 als Theatervorhang entworfen und von den Kaufhausmanagern jetzt für 500 000 Mark erworben, wird in einen überdimensionalen Schutzrahmen gepreßt, den der Wiener Architekt und Designer Hans Hollein entwarf. Ursprünglich sollte der Firmengeburtstag zusätzlich durch einen »Irrgarten aus Bäumen und Büschen« gewürdigt werden. Aber der vorgesehene Gärtner, Österreichs Ideenmulti Andre Heller, möchte nun doch lieber in Berlin pflanzen. Ob Picassos Monumentalmalerei die Münchner entzücken wird, ist ungewiß. Schon einmal fiel das Gemälde, auf dem ein Faun einem jungen Mädchen nachjagt, bei Kunstkennern durch: In der Pariser Oper durfte der Vorhang 1962 nicht gezeigt werden.

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