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Briefe

Pippi und Kalle
aus DER SPIEGEL 18/1996

Pippi und Kalle

(Nr. 16/1996, Katastrophen: Sind Schmuggler schuld am »Estonia«-Untergang?)

Ihr Fazit, wonach gegen die Theorie von Hummel auch die Auskunft der schwedischen Zollbehörde spreche, die versichert hat, in der Unglücksnacht sei im Stockholmer Hafen keine Razzia geplant gewesen - kein Grund also für panische Aktionen an Bord der Estonia -, sagte doch gar nichts aus. Nach allen möglichen Geheimdienst- und Polizeiaffären in Europa und nach dem Verlauf des »Estonia«-Desasters, seiner Rekonstruktion und der Ausleuchtung der Hintergründe glauben Sie doch nicht ernsthaft, daß es eine Garantie gibt, von unter Umständen involvierten Behörden vor diesem Hintergrund zutreffende Informationen zu erhalten. Auch wenn Schweden noch das nette Image aus Zeiten des vorbildlichen Wohlfahrtsstaates hat: In Schweden werden auch andere Delikte begangen als Wilderei, Eier- und Fahrraddiebstahl - und es leben dort nicht nur Pippi Langstrumpf und Kalle Blomquist. *UNTERSCHRIFT:

Hamburg OLAV MÖLLER

Vor genau einem Jahr recherchierte ich für die ARD wochenlang in Skandinavien und Deutschland zum Thema »Estonia«. Die Fähre ist gesunken, weil die deutsche Meyer-Werft in Papenburg ein Schiff gebaut hatte, dem für die Fahrt auf der offenen Ostsee zwingend vorgeschriebene Sicherheitskonstruktionen fehlten. Wäre bei der »Estonia« das obligatorische wasserdichte Kollisionsschott an der richtigen Stelle plaziert worden, wäre sie auch bei abgerissenem Bugvisier nicht gesunken. Einem Kartell der Leichtfertigkeit von Werft, Klassifizierungsgesellschaft und skandinavischen Behörden, die diesen Mangel zuließen, ist die Schuld am Untergang der »Estonia« zu geben. Fürs Image der Werft ist die völlig unbewiesene Mafia-Räuber-Pistole schön. Dank aus Papenburg und Dank von allen, die gerne Märchen lesen. *UNTERSCHRIFT:

Singapur CHRISTOPH LÜTGERT

Der Felix-Report soll doch nur dazu dienen, die Haftung vom Reeder zu nehmen und ein rein »nautisches Verschulden« der Schiffsleitung zu konstruieren. Damit wären alle Schadensforderungen hinfällig. *UNTERSCHRIFT:

Rüsselsheim HANS-BERND SCHWAB Kapitän

Wenn Sie es wirklich schaffen sollten, einen 40 Tonnen schweren und knapp 16 Meter langen Sattelzug auf einer vollbesetzten Fähre so zu beschleunigen, daß er vorne ins Meer plumpst und der Fahrer rechtzeitig abspringen kann, dann ernennen wir Sie zum Fernfahrer h. c. *UNTERSCHRIFT:

Köln JAN BERGRATH Fernfahrer-Magazin

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