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TERRORISMUS Plaudernde Revoluzzer

aus DER SPIEGEL 52/1999

Staatsschützer sind zuversichtlich, eines der dunkelsten Kapitel des deutschen Terrorismus aufklären zu können. Nachdem am vorvergangenen Wochenende Polizei und Generalbundesanwaltschaft in Berlin und Frankfurt am Main drei mutmaßliche Mitglieder der »Revolutionären Zellen/Rote Zora« (RZ) festgenommen haben, hoffen die Ermittler auf umfassende Geständnisse. Anders als früher sind etliche der vor allem in den achtziger Jahren agierenden RZ-Leute heute bereit auszupacken. Grund: Die Kämpfer der Revolutionären Zellen, die schon in den siebziger Jahren mit Sprengstoffanschlägen und Attentaten von sich reden machten, führen längst wieder ein bürgerliches Leben und hoffen auf Milde der Justiz. So kamen die Ermittler durch die Aussage eines im November in Berlin verhafteten Kampfsportlehrers und ehemaligen RZ-Angehörigen auf die Spur der jetzt Festgenommenen. Auch der wegen des Terroranschlags auf die Wiener Opec-Konferenz 1975 angeklagte Hans-Joachim Klein hat frühere Mitkämpfer identifiziert. Ermittler setzen darauf, mit Hilfe der Ex-Revoluzzer auch einen der spektakulärsten Anschläge aufklären zu können: die Ermordung des hessischen Wirtschaftsministers Heinz Herbert Karry, der 1981 in seinem Frankfurter Haus erschossen wurde.

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