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Todesschüsse Politbüro belastet

aus DER SPIEGEL 4/1995

Im anstehenden Prozeß gegen Mitglieder des SED-Politbüros wegen der Todesschüsse an der deutsch-deutschen Grenze werden Genossen gegen Genossen antreten. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ehemalige Mitarbeiter des Politbüros und des Zentralkomitees der Partei vernommen, die ihre Chefs von gestern belasten. Nach Aussagen der Ex-Mitarbeiter war das Politbüro über die Todesschüsse oft im Detail informiert. Zumeist habe Erich Honecker persönlich die Berichte der Grenztruppen den Parteispitzen vorgelegt. Die Strafverfolger stießen außerdem im Militärischen Zwischenarchiv der Nationalen Volksarmee in Potsdam auf Lageskizzen und Untersuchungsberichte, in denen jeder Todesfall im Grenzstreifen dokumentiert ist. Die Politbüromitglieder hatten bisher weitgehend bestritten, daß sie auf dem Dienstweg über die Grenzvorfälle unterrichtet wurden.

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