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Rotlicht Polizei hört mit

aus DER SPIEGEL 6/1996

Seit etwa drei Jahren hört die Münchner Kriminalpolizei vermehrt Telefone von Huren im Sperrbezirk ab. Sie fürchtet nach der Öffnung der Ost-Grenzen einen Anstieg der schweren Kriminalität zum Beispiel durch die Russen-Mafia. Die Aktionen enden häufig mit Strafanzeigen wegen unerlaubter Prostitution. Um die Abhör-Anträge beim Ermittlungsrichter und dem Sicherheitsbeauftragten der Telekom zu rechtfertigen, geben die Fahnder besondere Gründe an - etwa Verdacht auf Menschenhandel oder Rauschgiftvergehen. Das Abhören von Telefonen ist nach Paragraph 100a der Strafprozeßordnung nur beim Verdacht auf schwere Delikte erlaubt.

Im Falle einer russisch-stämmigen Edeldirne, einer 43jährigen Spezialistin für Sado-Maso-Sex, ergaben die Abhörprotokolle ausschließlich Hinweise auf Prostitution. Die Polizei erhielt durch die Überwachung jedoch eine umfangreiche Kundenliste. Darauf stehen auch zahlreiche Münchner Prominente.

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