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INTERNET Pop-Autor protestiert

aus DER SPIEGEL 42/2000

Wegen einer frei erfundenen Skandalgeschichte über den Pop-Autor Benjamin von Stuckrad-Barre ("Soloalbum") droht dem Internet-Klatschdienst Thema1 nun eine Schmerzensgeldklage in fünfstelliger Höhe. Das virtuelle Boulevardblatt hatte vor wenigen Wochen berichtet, dass Stuckrad-Barre den Schauspieler Robert Stadlober ("Crazy") auf einer Toilette zu »Sex und/oder Drogen« verführt habe. »Es kann nicht sein, dass das Internet von irgendwelchen Borderline-Journalisten zur Verbreitung unwahrer Geschichten missbraucht wird«, sagt der Berliner Anwalt Christian Schertz, der Stuckrad-Barre und Stadlober vertritt. Der Thema1-Geschäftsführer Jacob Bilabel, der seine Reporter schon mal als »GSG9-Truppe« bezeichnet, verweist darauf, dass die Geschichte nur in einer Test-Version zu lesen war. »Das hatte allenfalls eine Verbreitung wie eine Schülerzeitung.« Sollte Stuckrad-Barre ein Schmerzensgeld zugesprochen bekommen, will er es dem Satiriker Wiglaf Droste spenden, der vor Gerichten um sein Recht kämpft, Bundeswehrsoldaten »Waschbrettköpfe« nennen zu dürfen. »Außerdem«, so Stuckrad-Barre, »haben Stadlober und ich im Feuilleton der Münchner 'Abendzeitung' Haarproben hinterlegt.«

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