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»Positive Antwort«

aus DER SPIEGEL 29/1989

Das umstrittene U-Boot-Geschäft der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) mit Israel steht trotz politischer Widerstände offenbar kurz vor dem Abschluß. Gegenüber dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm (SPD) bekräftigte Israels Verteidigungsminister Jizchak Rabin das uneingeschränkte Interesse seines Landes: »Die Antwort ist positiv.«

Auch HDW ist zuversichtlich, den Auftrag an Land zu ziehen. »Wir sind uns einig«, so HDW-Vorstandsmitglied Klaus Neitzke. Die Ausfuhrgenehmigung für das Rüstungspaket, das Konstruktion und Bau von zwei dieselbetriebenen U-Booten zum Stückpreis von 800 Millionen Mark sowie die Option auf ein weiteres Schiff vorsieht, sei beim Bundessicherheitsrat bereits beantragt.

»Schwierigkeiten« sieht Neitzke nur noch bei der Finanzierung über die USA, die für »IK 800«, so das interne Konstruktionskürzel, die Elektronik liefern und womöglich formell als Auftraggeber zeichnen sollen. Es sei offen, so der HDW-Mann, »was die Israelis leisten und die Amerikaner drauflegen wollen«.

Da Rüstungsexporte in Krisengebiete genehmigt werden müssen, liegt die endgültige Entscheidung beim Bundessicherheitsrat in Bonn. Björn Engholm, letzte Woche als Präsident des Bundesrates zu Besuch in Israel, machte aus seiner Ablehnung keinen Hehl. Das geplante Rüstungsgeschäft, so warnte der Kieler Regierungschef, täte dem deutsch-israelischen Verhältnis »nicht gut«.

Ein anderes lukratives Israel-Geschäft ist HDW inzwischen sicher. Der Vertrag über den Bau von drei Containerschiffen, zunächst oft als Verhandlungspaket mit den U-Booten diskutiert, wurde abgekoppelt und vorab geschlossen. Dieser Auftrag, der im HDW-Handelsschiffbau »die Vollbeschäftigung bis weit ins Jahr 92 garantiert« (Neitzke), soll aus Bundes-Mitteln subventioniert werden.

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