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Post im Verzug

aus DER SPIEGEL 15/1991

Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling verärgert seine Kunden in den neuen Ländern. Bisher hat er sein Versprechen nicht einhalten können, die Erhöhung des Briefportos in Ostdeutschland »sozialverträglich« zu gestalten. Zwar wurden die Briefgebühren im Osten pünktlich zum 1. April teurer, aber die jedem Erwachsenen als Trostpflaster zugesagten zehn Mark in Briefmarken hat noch kein Ostdeutscher gesehen. Grund: Die Marken sollen von den Briefträgern ins Haus gebracht werden, weil beim Aushändigen auf den Postämtern aufwendige Kontrollen nötig wären - niemand soll sich mehrfach bedienen können. Die Hauszustellung stößt allerdings auf ungeahnte Schwierigkeiten. Der Post fehlen die Adressen aller Erwachsenen, da die Wahlverzeichnisse wegen des Datenschutzes nicht benutzt werden dürfen. Außerdem fehlen in den Listen diejenigen, die erst nach der Bundestagswahl volljährig geworden sind. Das Bundespostministerium verspricht allerdings weiterhin, noch in diesem Monat mit der Geschenkaktion zu beginnen.

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