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Rechnungshöfe Präsidentenstreit um Korruption

aus DER SPIEGEL 5/1995

Die um sich greifende Korruption in der Verwaltung hat zu einer heftigen Auseinandersetzung unter den Präsidenten der Landesrechnungshöfe geführt. Weil der hessische Amtschef Udo Müller (CDU) die Häufung von Bestechungsfällen Anfang Januar öffentlich in einem Interview mit den ARD-»Tagesthemen« beklagt hatte, griffen ihn seine Kollegen Otto-Günter Lonhard (Baden-Württemberg) und Wolfgang Brix (Rheinland-Pfalz) massiv an. Lonhard verlangte von Müller, er solle künftig »alle Aussagen vermeiden«, »die den Eindruck erwecken, die Korruption sei in der Verwaltung weit verbreitet«. Der Rheinland-Pfälzer Brix (CDU) kanzelte Müller regelrecht ab. Er habe »gehofft«, schrieb Brix, daß sich Müller die »Mahnung« des Kollegen »zu Herzen« nehme. Das sei jedoch nicht der Fall. Brix über Müllers Interview: »So etwas tut man nicht.« Unterstützung erfuhr der Gescholtene jetzt aus Sachsen-Anhalt und Berlin. Auf der nächsten Konferenz soll die »Korruption in der Verwaltung« in einem eigenen Tagesordnungspunkt behandelt werden.

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