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Briefe

Primitives Argument
aus DER SPIEGEL 12/2007

Primitives Argument

Nr. 10/2007, Autoindustrie: SPIEGEL-Gespräch mit VW-Chef Martin Winterkorn über die Konsequenzen der Klimadebatte für Volkswagen

Das Interview ist ein interessantes Zeugnis der Selbstdemontage deutscher Manager in Sachen Klimaschutz. Deutsche Ingenieurkunst dient aus seiner Sicht vor allem einem Ziel: mehr Leistung, mehr Komfort, mehr Verbrauch. Dass es auch anders gehen kann, zeigt der Bereich Bauen, nicht gerade eine Hightech-Branche. Mit Passivhäusern ist der Schritt vom Zehn-Liter-Haus zum Ein-Liter-Haus innerhalb von zehn Jahren vollzogen worden.

MÜNCHEN RAINER VALLENTIN

Ich habe als Unternehmer selten ein so primitives, dummes Argument von einem Vorstandsvorsitzenden eines großen Konzerns gehört wie das von Martin Winterkorn: »... nein, aber unsere Aufgabe als Hersteller ist nun mal, die Wünsche unserer Kunden zu befriedigen ...« Also weg mit der Selbstverpflichtung von 140 Gramm CO2 pro Kilometer, wenn sich der Kunde viereckige Räder wünscht, so bekommt er diese auch. Winterkorn hat wohl noch nie gehört, dass man seine Kunden durch gezielte und sorgsam aufgebaute Strategien zu neuen, umweltfreundlicheren Einstellungen bewegen kann.

MARTINSZELL (BAYERN) PETER HAERING

Schon die Überschrift »Sollen wir alle Trabi fahren?« erinnert an die Sprüche zu Beginn der Ökobewegung à la »Geh doch nach drüben ...« Die Autoindustrie lügt sich ein gutes Gewissen zurecht, wenn sie die Konkurrenz mal wieder schlechtredet, nur weil sie es selbst nicht besser kann.

SCHWABACH (BAYERN) FELIX BEER

Ehrlicherweise hätte Herr Winterkorn zugeben müssen, dass man erst gar nicht versucht hat, Sparautos zu verkaufen. Ich musste die Händler überreden, mir einen Lupo 3L und später einen Audi A2 3L zu ordern, ich ernte immer wieder Erstaunen, dass es solche Autos wirklich zu kaufen gab.

COTTBUS THOMAS PAP

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