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RUNDFUNK Propaganda mit Stalin

aus DER SPIEGEL 47/2007

Um das Image des Landes im Ausland zu verbessern, greift der russische Propagandasender Russia Today (RT) auf Josef Stalin zurück. Ganzseitige Anzeigen ("Stolz, anders zu sein") in englischsprachigen Zeitungen zeigen den sowjetischen Diktator in Generalsuniform mit einer Feder in der Hand. »Stalin schrieb romantische Gedichte. Wussten Sie das?«, fragt der Sender - ganz so, als würde die Deutsche Welle mit Adolf Hitler für sich werben und schreiben: »Wussten Sie, dass Hitler auch Bilder gemalt hat?« RT wurde im April 2005 gegründet, hat 700 Mitarbeiter und ist in 100 Ländern zu empfangen. Der Kanal sendet in Englisch und Arabisch. Michail Lessin, 49, Ex-Presseminister und heute Medienberater von Präsident Wladimir Putin, hatte die Idee für einen Sender, der CNN und BBC einen russischen Standpunkt gegenüberstellt. »Ich schrecke schon lange nicht mehr vor dem Wort Propaganda zurück«, sagte er. »Wir müssen international für Russland werben. Sonst sehen wir aus wie Bären, die brüllend umherschweifen.« Chefredakteurin des Senders ist Margarita Simonjan, 27, die zuvor im Kreml das Wohlwollen Putins erworben hatte. Sie sagt: »Wir wussten, dass das Stalin-Motiv in den Augen vieler zweideutig ist. Aber es hat seinen Zweck hervorragend erfüllt. Die Besucherzahl auf unserer Website hat sich verdoppelt.«

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