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Briefe

»Punktsieg für Möpse«?
aus DER SPIEGEL 29/2001

»Punktsieg für Möpse«?

Nr. 27/2001, Talkshows: Das Duell zwischen Alice Schwarzer und Verona Feldbusch

Alice Schwarzer ist eine kluge, weise Frau. Sie hat eine ganze Generation von Frauen großgezogen. Sie muss nun mehr an ihr Werk glauben. Die »Sprösslinge« haben sich längst verselbständigt und gehen ihre eigenen, emanzipierten Wege. Das heißt, dass sie sich durchaus auch eine attraktive Verona Feldbusch leisten können.

FREIBURG ZDENA ZED. DANKO

Wie jemand aus dem heillosen FeldbuschGeplapper, das nur darauf ausgerichtet (oder etwa abgerichtet?) war, jeden Versuch zu einer vernünftigen Auseinandersetzung schon im Ansatz zu ersticken, einen »Punktsieg« für diesen unsäglichen »Barbie-Verschnitt« ableiten kann, ist mir völlig unverständlich. Ich bin bestimmt kein Freund von Frau Schwarzer, aber der »tosende Applaus im Hamburger Fernsehstudio« ist »eine einzige Ohrfeige« für den denkenden Zuschauer.

WINHÖRING (BAYERN) SIGMUND BAUMANN

Die »Ohrfeige für alle Frauen« hat in der »Johannes B. Kerner-Show« den »Kinnhaken für alle Männer« regelrecht vorgeführt - und das ist auch gut so! Die Ära der spitzzüngigen, nun auf unterstem Niveau argumentierenden Männerfeindin dürfte damit - »blups« - beendet sein. Tja, Frau Schwarzer, »da wurden Sie geholfen«!

ARNSBERG (NRDRH.-WESTF.) FRIEDEL VOLMER

Der interessanteste Punkt ist in meinen Augen der des Klischees und des Schauspiels, um das (männliche?) Publikum auf seine Seite zu bringen. Man stelle sich vor, dass Verona Feldbusch so aussähe wie Alice Schwarzer und umgekehrt, dass aber die Diskussion an sich ähnlich verliefe. Man würde Verona garantiert für idiotisch und albern halten, oder? Wäre Verona 25 Jahre älter, wäre diese Art von Selbstdarstellung einfach nur lächerlich. Doch den Argumenten einer Alice Schwarzer mit - dann - 83 Jahren werde ich immer noch begeistert folgen.

MÜNCHEN NICOLE LUCK

Typisch - ein Mann wurde auserwählt, um die Rezension über die Talkshow zu schreiben. Warum wählte er nicht gleich den Titel »Punktsieg für Möpse«? Denn diese scheinen auch dem Herrn Autor den Durchblick vernebelt zu haben und den intellektuellen Anspruch von Frau Schwarzer aufgrund Tiefblicks in den Ausschnitt von Frau Feldbuch verpassen lassen.

BERLIN EVA CLASSEN

Frau Feldbusch, die allen Ernstes behauptet, 99 Prozent aller Frauen hätten heutzutage im beruflichen Leben die gleichen Chancen wie Männer, lebt offensichtlich in einer Barbie-rosa Bonbonwelt und hat vom »normalen« Frausein eher wenig Ahnung. Solange die Medien als Sprachrohr der Gesellschaft sich durch die Bank einig sind, dass Verona Feldbusch mit ihrem mehr als peinlichen Auftritt über Frau Schwarzer »gesiegt« hat, steht der weiblichen Emanzipation, die auf die Wertschätzung der Frau als Mensch abzielt, noch ein langer und beschwerlicher Weg bevor.

HAUNSTETTEN (BAYERN) STEPHANIE FIEDLER

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