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Putschgelüste in Pakistan

aus DER SPIEGEL 31/1991

Aus Furcht vor »undemokratischen Kräften«, die darauf aus seien, »die Verhängung des Kriegsrechts zu provozieren«, hat sich Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif per Verfassungszusatz weitgehende Machtbefugnisse gesichert. Der Wahlsieger über Benazir Bhutto kann nach eigenem Gutdünken »Schnellgerichte gegen Schwerverbrechen« einsetzen, in deren Zuständigkeitsbereich der Polizei gestattet ist, jeden Verdächtigen zu verhaften. Doch als Waffe gegen den Terrorismus - Pakistan litt in den vergangenen Wochen unter einer Welle von Bombenattentaten, Kidnappings und politischen Morden - sind die Schnellrichter unwirksam, wie bereits vorhandene Sondergerichte gezeigt haben. So sind die neuen Vollmachten womöglich gegen innenpolitische Gegner des Ministerpräsidenten gerichtet und die hat er sich in knapp neunmonatiger Amtszeit reichlich geschaffen. Die gefährlichsten sind seine ehemaligen Gönner im Militär: Weil Sharif den Stabschef der Armee, General Aslam Beg, zum baldigen Rücktritt in den Ruhestand gezwungen hat, ist ein Putsch der Streitkräfte möglich geworden.

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