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Rabatt und Salat

Ein vom Bayerischen Rundfunk (BR) in 2000 Exemplaren herausgebrachtes »Gebrauchswörterbuch Fernsehen«, das den Mitarbeitern die »oft sehr komplizierten Zusammenhänge bei der Produktion von Film- und Fernsehprogrammen verständlicher« machen soll (so die Einleitung), geriet streckenweise unfreiwillig komisch. So erklärt das 213-Seiten-Werk, für das drei Dutzend Autoren und Korrektoren »viele Stunden opferten«, auch Banalitäten wie:
aus DER SPIEGEL 32/1972

Bildausfall ist eine Unterbrechung eines Bildsignals«; »Binderfarbe -- wasserlösliche, durch Klebestoffzusätze haltbar gemachte Anstrichfarbe' »Diäten (Begriff beim BR nicht gebräuchlich) s. Reisekosten«; »Filmdosenaufkleber ist ein in allen Phasen der Filmherstellung und Archivierung unerläßliches Ordnungsmittel, ein auf jede Filmdose aufgeklebtes rundes Papieretikett«; »Jute -- organische Faser (Bastfaser) für die Herstellung von Säcken, Stricken, Teppichen usw«; »Rabatt -- Preisnachlaß, meist für Großabnehmer«; »Ruhetage -- bei Fernseh-Außenproduktionen die Tage, an denen nicht gearbeitet wird«; »Salat -- wenn sich Filmmaterial in der Filmkamera zu einem Knäuel aufstaut, nennt man das Salat«; »Unterhaltungs)-Musik -- leichte Musik, die für Unterhaltungszwecke komponiert wurde«.

BR-Intendant Christian Wallenreiter: »Der Rundfunk will für Verständigung sorgen. Das Wörterbuch ist ein Beweis dafür.«

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