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KOLUMBIEN Rambos gegen Rebellen

aus DER SPIEGEL 32/2001

Die Supermacht USA droht sich tief in den andauernden kolumbianischen Bürgerkrieg zu verstricken. Grund ist Washingtons massive Hilfe für Bogotá bei der Bekämpfung des Drogengeschäfts. Statt der höchstens 500 US-Soldaten und 300 Zivilisten, die nach Vorschrift des Kongresses aktiv vor Ort eingesetzt werden dürfen, könnten bald 2000 Amerikaner in der Region Dienst tun - Tendenz steigend. Washington schließt immer häufiger Verträge mit Privatfirmen wie DynCorp und Military Professional Resources, die auch hochtrainierte Ex-Soldaten für Risikoeinsätze abstellen. Immer wieder kommt es zu Feuergefechten zwischen US-Rambos und Kämpfern der Guerrilla-Bewegung Farc. Mit der wachsenden Zahl von US-Bürgern in Kolumbien steigt zudem die Gefahr, dass diese zu Opfern der allgegenwärtigen, vielfach politisch motivierten Kriminalität werden. Amnesty International zählte vergangenes Jahr 3000 Entführungen und 4000 politische Morde. Noch immer werden auch drei Deutsche von Rebellen festgehalten. Die Unruhen könnten schon bald zu innenpolitischen Konsequenzen führen: Beobachter rechnen damit, dass Präsident Andrés Pastrana im August 2002 einer harten Rechtsregierung Platz machen muss, da er trotz erheblicher Zugeständnisse an die linken Guerrilla-Gruppen, die bis zu 40 Prozent des Landes kontrollieren, seine Friedensversprechen nicht einlösen kann.

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