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Hausmitteilung Rassismus / Langhans / Guyana

aus DER SPIEGEL 25/2020
Mingels, Demonstrantin in Oakland

Mingels, Demonstrantin in Oakland

Foto: Winni Wintermeyer / DER SPIEGEL

Der Rassismus in den USA ist so alt wie das Land selbst, seit Jahrzehnten wird die Polizei für ihr brutales Vorgehen kritisiert, und dennoch töten weiße Polizisten bei Einsätzen überdurchschnittlich viele Schwarze. Der Tod von George Floyd jedoch scheint das Unmögliche möglich zu machen. Eine neue Protestbewegung ist entstanden, nicht nur in den USA. Ihre Mitglieder prangern den Machtmissbrauch von Polizisten an, den strukturellen Rassismus in der Gesellschaft, und sie fordern, auch in Deutschland, eine neue, bessere Polizei. Eine sehr grundsätzliche Debatte hat begonnen, damit beschäftigen sich mehrere Artikel in dieser Ausgabe. Die Redakteure Guido Mingels und Ralf Neukirch analysieren die Vorgänge in den USA. Mingels besuchte die Familie von Erik Salgado in Kalifornien. Salgado, 23 Jahre alt, wurde knapp zwei Wochen nach Floyds Tod von Polizisten erschossen. Neukirch traf in Ferguson, der Geburtsstätte der »Black Lives Matter«-Bewegung, den neuen schwarzen Polizeichef der Stadt. Außerdem im Heft: ein Interview mit der Berliner Rassismusforscherin Yasemin Shooman, ein Treffen mit dem schwarzen US-Regisseur Spike Lee, ein Gastbeitrag der Schriftstellerin Jackie Thomae. 

Rainer Langhans ist eine der letzten lebenden Ikonen der 68er-Bewegung. Er wohnte in der Kommune I, predigte, dass das Private das wahrhaft Politische sei, und sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen, weil er sich mit Rechten traf. Nun wird Langhans 80 Jahre alt, und Redakteur Alexander Kühn sprach mit ihm über sein Leben, seinen sogenannten Harem, seine politische Einstellung. Das Gespräch fand, coronabedingt, am Telefon statt, aber das war akzeptabel. Kühn und Langhans kennen einander von früher. Wie damals war Langhans kein einfacher, aber ein kurzweiliger Interviewpartner. Er fühle sich unverstanden, weil Journalisten bei den 68ern ohnehin nur an »Orgien und Rudelbumsen« dächten. Ihm dagegen sei es stets um den geistigen Weg gegangen, bis heute. zum Artikel 

Ist es ein Segen oder eher ein Fluch, wenn vor der Küste eines kleinen, armen Landes ein riesiges Ölfeld gefunden wird? Diese Frage führte Redakteur Hauke Goos und Fotograf Bernhard Riedmann nach Südamerika, nach Guyana, wo bald pro Kopf mehr Öl gefördert werden könnte als in Kuwait, und wo der Umgang mit dem künftigen Reichtum schon jetzt das Land zerreißt. Bisweilen geht der Riss auch durch Familien. Goos und Riedmann trafen die Brüder Jan und Lars Mangal, der eine ehemaliger Berater des Präsidenten, der andere ein Unternehmer, der Dienstleistungen für internationale Ölkonzerne anbietet. Der Streit über das Öl führte dazu, dass die Brüder nicht mehr miteinander reden. Jan Mangal, Kritiker der aktuellen Entwicklung, glaubt nicht an eine gute Zukunft seines Landes: »Wir sehen die üblichen Anzeichen des Scheiterns.« zum Artikel 

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