Zur Ausgabe
Artikel 12 / 121
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Drogen Rat vom Apotheker

aus DER SPIEGEL 18/1996

Jugendliche können möglicherweise künftig verbotene Partydrogen wie Ecstasy in Apotheken auf giftige Zusätze untersuchen lassen. Nach einem entsprechenden Vorschlag des Frankfurter Oberstaatsanwalts Harald Körner prüft die hessische Apothekerkammer derzeit, ob die Apotheken einen solchen Beratungsservice anbieten sollen. »Wenn der Stoff etwa mit Strychnin oder anderen gefährlichen Giften versetzt ist, könnten wir das in einer chemischen Analyse feststellen und die Jugendlichen rechtzeitig warnen«, so der Präsident der hessischen Apothekerkammer, Jürgen Funke. Funke will nun Drogenexperten, Polizisten, Chemiker und Politiker zusammenrufen. Die Fachleute sollen beraten, wie die Pläne umgesetzt werden können. Eine der Schwierigkeiten: Oft kaufen die Jugendlichen ihre Drogen erst abends, um sie dann wenig später zu konsumieren. Vor Strafverfolgung wären sie in den Apotheken jedenfalls sicher: Wie Ärzte haben auch Apotheker eine Schweigepflicht, die Untersuchung der illegalen Partypillen ist nicht verboten.

Zur Ausgabe
Artikel 12 / 121
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.