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VERLAGE Razzia in Lübeck

aus DER SPIEGEL 13/1998

Die konservativen »Lübecker Nachrichten« (Auflage: 120 000) bekamen ungebetenen Besuch - vom Staatsanwalt. Mit einer Razzia beim Ableger des Axel Springer Verlags setzten die Fahnder ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit einer alten Betrugsanzeige gegen Geschäftsführer Günter Semmerow fort. Auch dessen Privathaus wurde durchsucht. Bei der Aktion seien »Unterlagen mit Beweiswert« gefunden worden, so die Staatsanwaltschaft. Urheber der Affäre ist der Kaufmann Peter Salman, der sich beim Verkauf seiner Zeitschrift »Sport aktuell« an den Regionalverleger um knapp vier Millionen Mark geprellt fühlt. Semmerow hält die Vorwürfe für abwegig, die Durchsuchungen ließen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit außer acht. Bereits 1994 hatte der Staatsanwalt spektakulär gegen den Verlag und den Manager ermittelt - damals wegen des Verdachts auf Spendenbetrug bei der Aktion »Licht im Advent«. Spendengelder seien, so der Vorwurf, in Verlagskassen geflossen. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem Semmerow ein Bußgeld zahlte und ein aufgelaufener Spendenüberschuß von 170 000 Mark von einem Firmenkonto auf eine gemeinnützige Einrichtung übertragen wurde.

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