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Rußland Rebell muß schweigen

aus DER SPIEGEL 21/1995

Rußlands Militärführung hat ein striktes Rede- und Reiseverbot über den rebellischen General Alexander Lebed, 45, verhängt. Der Chef der in Moldawien stationierten 14. Armee hatte vor wenigen Tagen angekündigt, er werde sich der Absetzung und geplanten Auflösung seiner Armee widersetzen und »nur der Gewalt« weichen. Lebed, laut Umfragen derzeit populärster General in den russischen Streitkräften und scharfer Kritiker der Jelzin-Führung, sollte Dienstag vor einem Ausschuß der Staatsduma über die Lage in Moldawien berichten. Per Telegramm untersagte der Generalstab jetzt die geplante Moskau-Reise: Der Auftritt des Kommandeurs vor dem Parlament sei »unerwünscht«. Vergebens hoffte der Armeechef auch auf die Genehmigung des russischen Verteidigungsministeriums für Auftritte bei Veranstaltungen in Madrid, Washington, New York und Berlin. In der Bundeshauptstadt wollte Lebed Ende Mai an einem Seminar (Thema: »Die Rolle des militärischen Faktors in Europa") des Brandenburgischen Bildungswerks »Pro Europa« teilnehmen.

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