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BUNDESWEHR Reform mit High-Tech

aus DER SPIEGEL 47/1998

Eine drastische Verkleinerung der Bundeswehr samt Umbau des Heeres zu einer Interventionsarmee nach britischem und französischem Vorbild hat der »Wissenschaftliche Dienst«, eine Art Denkfabrik des Bundestags, vorgeschlagen.

In einem vertraulichen »Diskussionsbeitrag« für die geplante Wehrstrukturkommission werden zugleich die allgemeine Wehrpflicht und die Aufteilung der Bundeswehr in abmarschbereite »Krisenreaktionskräfte« und »Hauptverteidigungskräfte« zur Landesverteidigung in Frage gestellt. Deutschland könne auf die »Option Landesverteidigung verzichten«, heißt es in dem Papier, weil es nach der Ost-Erweiterung der Nato nur noch von Bündnispartnern umgeben sei. Für die Verteidigung der Nato oder für Kriseneinsätze wie in Bosnien reiche ein hochmodern ausgerüstetes Heereskontingent »in der Größenordnung eines verstärkten Korps« aus - flankiert von »vertretbaren«, sprich reduzierten »Beiträgen« der Marine und Luftwaffe. Unter dem Strich würde das Heer von derzeit acht Divisionen mit rund 230 000 Mann auf etwa vier Divisionen schrumpfen.

Gespart würde durch den Personalabbau erst »langfristig«, so die Studie: Zunächst werde mehr Geld für moderne Technik wie Späh- und Fernmeldesatelliten und für leichtes Kriegsmaterial anstelle schwerer Panzer benötigt. Zudem müßten für das High-Tech-Gerät anstelle von Wehrpflichtigen deutlich mehr und teurere Zeit- und Berufssoldaten verpflichtet werden.

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