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Revolution gestrichen

aus DER SPIEGEL 32/1972

Die WDR-Oberen suchen es der Christenunion immer rechter zu machen. Die Anstalt, deren Hörfunk-Programm der CDU als »politisch nichtausgewogen« gilt, seit der Schriftsteller Ernest Borneman Verständnis für BM-Mitglieder ("verzweifelte junge Männer") geäußert hatte, »verschob« vergangenen Montag den Beitrag »Lebenslänglich --Anmerkungen zum Strafvollzug« des Meinhof-Verteidigers Heinrich Hannover und strahlte statt dessen ein symphonisches Konzert aus. Grund laut Hörfunkdirektor Fritz Brühl: »Ich kam von einer Nachkur und habe keine Zeit gehabt, die Sendung vorher zu hören« Gelegenheit gab es schon: Das 30-Minuten-Band war bereits am 1. Februar im III. WDR-Programm gesendet worden, »aber in dieser Zeit hat sich ja vieles geändert« (Brühl). Hat es nicht: Schon damals wurde der letzte Hannover-Satz ("Die Revolutionierung des Systems muß außerhalb des Gerichtssaales geleistet werden") einfach weggeschnitten. Neuer Sendetermin des alten Beitrags: 18. September, 21.30 Uhr.

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