Zur Ausgabe
Artikel 10 / 77
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Rhodesien-Poker

aus DER SPIEGEL 22/1976

Rhodesiens Premierminister Ian Smith vertraut in seinem Kampf um die Erhaltung weißer Vorherrschaft in der abtrünnigen britischen Kolonie fest auf die Hilfe der USA. Gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin »Newsweek« äußerte Smith zwar seine Enttäuschung über US-Außenminister Henry Kissingers Erklärung zugunsten der schwarzafrikanischen Herrschaftsansprüche in Rhodesien, »weil sie eine offene Aufforderung an die Terroristen« sei. Doch die Tatsache, daß Kissinger deshalb in den USA hart attackiert werde, beweise, so Smith, »daß es keinen Grund zur Verzweiflung gibt«. Sodann gab der Premier einen Warnschuß ab: »Unser hochgradiges Chrom wird für eure Interkontinental-Raketen benötigt. Bevor sich die USA dazu entschlossen, rhodesisches Chrom trotz der Uno-Sanktionen bei uns zu kaufen, fand es seinen Weg über Dritte in die Sowjet-Union. Dann schließlich verkaufte es Moskau an euch zu Spitzenpreisen. Eine wirklich absurde Situation.« Die freilich könnte bald wieder eintreten: Kissinger versprach den Schwarzafrikanern, sich für die Abschaffung des Byrd-Amendment einzusetzen, das Chrom von den im übrigen durch die USA eingehaltenen Uno-Sanktionen gegen Rhodesien ausnimmt.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 10 / 77
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.