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Richard Stückeln

aus DER SPIEGEL 43/1964

Richard Stücklen, 48, Bundespostminister und Anhänger des Fußballvereins 1. FC Nürnberg, erhielt in seinem Eigenheim im fränkischen Weißenburg Besuch vom ehemaligen Fußball-Bundestrainer Josef (Sepp) Herberger, 67 (l.), der dem Minister ein Paar goldener Manschettenknöpfe mit den Initialen des Deutschen Fußball-Bundes und ein Photoalbum mit Bildern der deutschen Nationalelf nebst Widmung ("In Freundschaft Sepp Herberger") überreichte. Herberger über Stücklen: »Er ist der einzige Minister, der im Fußball eine führende Rolle spielt.« Stückien: »Auch Bundeskanzler Erhard hat eine tiefe Neigung zum Fußball und hängt treu an seinem 'Club' (1. FC Nürnberg) und der Fußballhochburg Nürnberg-Fürth.« Der Postminister, der in seiner Jugend als Stürmer für den TSV Heideck (Mittelfranken) spielte und 1936 wegen eines Meniskusschadens seine Fußballkarriere beenden mußte; über seinen Sohn Hans-Peter, 10: »Ich hoffe, daß er im Fußball -in meine Fußstapfen tritt. Die Statur dazu hat er.« Im Gespräch mit Herberger berichtete Stücklen von den Fährnissen, die ihm seine Fußball-Leidenschaft beschert hat: Als Werkstudent in Berlin habe er vor einem besonders interessanten Spiel, für das keine Karten mehr erhältlich gewesen seien, Fahrgäste in der S-Bahn angesprochen und um Überlassung eines Billetts gebeten. Eine reifere Dame habe tatsächlich eine überzählige Karte besessen, dafür jedoch gefordert, von ihm zum Essen ausgeführt zu werden. Student Stücklen zahlte den Preis.

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