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PERSONALIEN Roman Herzog

aus DER SPIEGEL 40/1981

Roman Herzog, 47, Innenminister von Baden-Württemberg, läßt bislang die Vorwürfe, »Filzokratie« und »literarische Erbhöfe im Polizeibereich« zu betreiben, unwidersprochen auf sich sitzen. Erhoben hatte sie Dietrich Siemann, Vorsitzender der baden-württembergischen Gewerkschaft der Polizei (GdP), der Herzog jetzt auch per Brief aufforderte, ihn deswegen zu verklagen. Dem SPD-Mann Siemann war aufgestoßen, daß CDU-Mitglied Herzog im vergangenen Jahr per Dekret das von der Polizeigewerkschaft verlegte »Polizei-Fachhandbuch« von der Verwendung bei Klassen- und Prüfungsarbeiten der Bereitschaftspolizei ausgeschlossen hatte. Allein zugelassen ist seitdem die »Gesetzessammlung für die Polizei«, die in einem Stuttgarter Verlag erscheint, in dem leitende Polizeibeamte des baden-württembergischen Innenministeriums selbst Bücher herausgeben. Da seit dem Herzog-Erlaß der Verkauf des GdP-Werks -- das bis dahin, laut Siemann, 60 Prozent Marktanteil hatte -- fast völlig eingestellt wurde, hat die Gewerkschaft den Innenminister nun auf Schadenersatz verklagt. Herzogs Beleidigungsklage indes steht noch aus.

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