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Ronald Reagan,

aus DER SPIEGEL 15/1991

80, amerikanischer Ex-Präsident, zeigte Sinn für jüngere deutsche Geschichte und empfing vergangene Woche den Hildesheimer Gärtnermeister Frank Brandenburg, 28, zu einem Gespräch in seinem Büro in Los Angeles (Foto). Grund der Einladung: Bereits als 16jähriger hat Brandenburg unter dem Eindruck der amerikanischen »Holocaust«-TV-Serie begonnen, bei noch lebenden ehemaligen NS-Größen sich per Interview selbst ein Bild vom Denken der Nazis zu machen. Aus Brandenburgs Recherchen entstand ein spannend zu lesendes Buch, das jetzt unter dem Titel »Quest. Searching for Germany's Nazi Past« in den USA erschienen ist. Reagan, so der Eindruck des Amateurhistorikers nach zweistündiger Unterhaltung, verfüge sehr wohl über ein historisches Bewußtsein. So habe der Präsident von Anfang an gewußt, daß auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg, den er 1985 mit Kanzler Kohl besuchte, auch SS-Männer begraben sind. Und: »Reagan liest viel. Sein Büro ist voller Bücher.« Eine Einladung von Helmut Kohl, der das Werk erhielt, erging bisher nicht.

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