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Ronald Reagan

aus DER SPIEGEL 11/1984

Ronald Reagan, 73, US-Präsident, erinnert sich neuerdings an Kriegserlebnisse in Deutschland. Beim Besuch des österreichischen Nazi-Jägers Simon Wiesenthal, 75, Mitte Februar im Weißen Haus (Photo) erzählte der Präsident, er sei während des Zweiten Weltkriegs Kameramann der US-Armee gewesen und habe Nazi-Greuel in den deutschen Konzentrationslagern gefilmt. Als die Story von einem Gesprächsteilnehmer weitererzählt wurde, rief sie ungläubiges Staunen hervor. Denn verbürgt ist, daß Reagan Amerika während des Krieges nie verlassen hat. Vielmehr verbrachte er seine aktive Dienstzeit (von April 1942 bis Dezember 1945) als Offizier einer Einheit des Army Air Corps, die Propaganda- und Schulungsfilme drehte - in Hollywood. Daß Wiesenthal und sein Begleiter die tolle Story mißverstanden haben könnten, ist unwahrscheinlich. Im November vergangenen Jahres hatte Ronald Reagan Israels Premierminister Jizchak Schamir die gleiche Version seiner Deutschland-Erlebnisse erzählt - mit dem Zusatz, seitdem habe seine »ganze Sorge dem jüdischen Volk« gegolten.

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