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Umfrage Rote Hoffnung

aus DER SPIEGEL 18/2004

Die SPD erholt sich leicht. Nach dem Wechsel im Parteivorsitz von Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Fraktionschef Franz Müntefering verbessern sich - wenn auch auf niedrigem Niveau - die Umfragewerte, die TNS Infratest für den SPIEGEL ermittelt hat.

In der Rangliste der Politiker, denen für die Zukunft eine »wichtige Rolle« gewünscht wird, sind unter den vier klaren Gewinnern drei Sozialdemokraten. Neben der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis und Verteidigungsminister Peter Struck macht vor allem Wolfgang Clement einen gewaltigen Sprung, der ihn vom zehnten auf den dritten Platz der Beliebtheitsskala katapultiert. Offenbar steigt das Ansehen des Wirtschaftsministers als Folge der Schlagzeilen, die er als Sachwalter ökonomischer Interessen zuletzt in Serie produziert hat - sei es durch sein Veto gegen weitreichende Klimaschutzpläne seines Umwelt-Kollegen Jürgen Trittin, sei es mit der Ankündigung, das Ladenschlussgesetz noch weiter zu lockern.

Im aktuellen Politiker-Ranking liegt Kanzler Schröder nicht mehr wie im vergangenen Quartal unter den SPD-Größen auf Platz eins, sondern lediglich an sechster Stelle - knapp auch hinter dem neuen Parteichef Müntefering.

Als bescheidener Lichtblick für Rot-Grün mag es erscheinen, dass die Zustimmung zur Politik der Bundesregierung geringfügig steigt: 17 Prozent der Wahlberechtigten sind jetzt insgesamt mit der Arbeit der Koalition zufrieden, gegenüber 12 Prozent zu Jahresbeginn. Auch wenn Clement persönlich Pluspunkte macht, sind nur 14 Prozent der Befragten damit einverstanden, wie die Wirtschaft in Gang gebracht werden soll. Den größten Zuwachs an Zufriedenheit verzeichnet die Gesundheitsvorsorge, allerdings auf schwacher Basis: von 18 auf 22 Prozent.

Dass die Arbeit des Kanzlers im Vergleich zum Januar um 4 Prozentpunkte besser eingestuft wird, nützt Schröder wenig, da auch die positive Einstellung zu seinen Konkurrenten von der Union wächst. CDU-Chefin Angela Merkel liegt dabei knapp vor dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

Etwas deutlicher fällt die Antwort auf die K-Frage aus, welcher Unionspolitiker als Schröders Herausforderer antreten sollte. Auch die Anhänger von CDU und CSU favorisieren Merkel (mit 49 Prozent) gegenüber Stoiber (44 Prozent). NORBERT F. PÖTZL

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Sonntagsfrage Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?

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Geschärfter Blick

Seit neuestem müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Achten Sie beim Einkauf auf die klein gedruckten Inhaltsangaben?

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Ladies first

Welcher Unionspolitiker bringt am ehesten die Voraussetzungen mit, um bei Bundestagswahl 2006 als Kanzlerkandidat gegen Gerhard Schröder anzutreten?

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Unbekannte Größen

Wenn man den Bundespräsidenten direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden?

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Versetzung gefährdet Sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung in folgenden Bereichen zufrieden?

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