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VOX Roulette mit Murdoch?

aus DER SPIEGEL 47/1998

Beim Kölner TV-Sender Vox herrschen bizarre Vertragsverhältnisse. Die Anteilseigner Bertelsmann (24,9 Prozent plus Vorkaufsrecht auf weitere 24,9 Prozent) und der News Corp. des Medienunternehmers Rupert Murdoch (49,9 Prozent) verabredeten eine in Deutschland bis dahin unbekannte Klausel für eine Mehrheitsübernahme. Es geht in dem Vertragspassus quasi um ein gegenseitiges Vorkaufsrecht mit eingebauter Automatik: Bietet einer der beiden Partner für den Anteil des anderen, kann der Umworbene unverzüglich den Bietenden auskaufen - zu dem vom Gegenüber genannten Preis. Das in Expertenkreisen als »Russische-Roulette-Klausel« bezeichnete Verfahren macht eine Veränderung der Gesellschafteranteile fast unmöglich: Denn keiner weiß, ob er am Ende einen Sender oder keinen Sender besitzt, ob er zahlen muß oder ob er Geld kassiert. Die Klausel hat Dornemann sich im zwielichtigen Hollywood-Milieu bei den Filmbossen abgeguckt. Sie soll einen unfairen Trennungskrieg verhindern.

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