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Hausmitteilung Russland / Titel / Flüchtlinge

aus DER SPIEGEL 36/2014
Traufetter, Schepp, Setschin

Traufetter, Schepp, Setschin

Foto: YURI KOZYREV/NOOR / DER SPIEGEL

Die Männer im Machtzirkel von Wladimir Putin geben Medien aus dem Westen eigentlich keine Interviews. Als besonders scheu gilt Igor Setschin, Chef des Energieriesen Rosneft und der nach Putin wohl mächtigste Mann im Land. Umso überraschender kam das plötzliche Einverständnis Setschins, sich den SPIEGEL-Redakteuren Matthias Schepp und Gerald Traufetter zu stellen. Im Interview wettert Setschin gegen den Westen, vor allem gegen die Amerikaner. »Die schweren Vorwürfe sind ein Symptom, wie verfahren die Lage in der Ukraine ist«, sagt Schepp. Längst seien es nicht mehr nur Freiwillige, die Russland über die Grenzen sende, sondern, nach Schätzungen der Nato, mehr als tausend reguläre Soldaten - eine gefährliche Eskalation. Die Entwicklung beobachten für den SPIEGEL neben Schepp und Autor Christian Neef noch drei weitere Kollegen im Land, von Donezk bis Sibirien. Redakteure in Berlin und Brüssel beschreiben, was die Verschärfung der Krise für die Bundeskanzlerin und die Nato bedeutet. Setschin schlug am Ende seines Interviews noch versöhnliche Töne an, er zitierte aus dem Buch der Prediger: »Und ich richtete mein Herz darauf, dass ich lernte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit.« zum Artikel 

Anfangs dachte SPIEGEL-Redakteur Jörg Schindler noch an »Monty Python": Der »Verein zur Verzögerung der Zeit« will den hektischen Alltag verlangsamen - indem man etwa einen Sonnenaufgang nahezu in Echtzeit nachstellt oder Liegestühle in Fußgängerzonen schleppt. So schräg die Aktionen sind, so ernst gemeint ist die Frage: Warum haben wir es immer eiliger? Und trotzdem keine Zeit? Was Schindler darüber zusammentrug, in Gesprächen mit Soziologen, Psychologen, Arbeitsmedizinern, wurde zum zentralen Kapitel seines soeben erschienenen Buches »Stadt, Land, Überfluss« - und zur Titelgeschichte dieser Ausgabe. Schindlers Recherche blieb übrigens für ihn nicht ohne Folgen: Als er den Vereinsvorstand der »Zeitverzögerer«, Martin Liebmann, dringend sprechen wollte, musste er zur Kenntnis nehmen, dass der im Urlaub unerreichbar war - und zwar prinzipiell. Schindler fand das fast schon vorbildlich. zum Artikel 

Fünf Wochen lang bereisten SPIEGEL-Redakteur Maximilian Popp und Fotograf Carlos Spottorno die Grenzbefestigungen Europas. Popp interviewte Politiker und Grenzschützer in Griechenland und Spanien, sprach mit Schleusern und Flüchtlingen in der Türkei, Marokko und Ungarn. Das Fazit, überraschend einhellig: So kann es nicht weitergehen. An den Grenzen Europas hat sich ein System etabliert, das Abschottung praktiziert und Tragödien hervorbringt. Die EU riegelt den Kontinent ab, nicht zuletzt indem sie die Arbeit der Abschreckung delegiert, an Nachbarstaaten und gegen Bezahlung - etwa an Marokko. Dabei gäbe es durchaus noch Möglichkeiten, erfuhr Popp, legale Wege zu eröffnen, qualifizierte Arbeitskräfte zu holen, Ärztinnen aus Syrien, Ingenieure aus Iran. Damit würde die illegale Einwanderung nicht völlig verhindert; aber das Leid an den Grenzen Europas könnte gelindert werden. zum Artikel 

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