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Rut Brandt

aus DER SPIEGEL 43/1999

Rut Brandt, 79, norwegische Ex-Frau des ehemaligen Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, schwelgte in sentimentalen Erinnerungen. Am Rande einer Einladung der drei skandinavischen Königspaare zur Eröffnung des skandinavischen Botschaftskomplexes in Berlin bat sie darum, einen Blick in das Willy-Brandt-Haus werfen zu dürfen. Vor dem Büro von Bundeskanzler Gerhard Schröder bewunderte Rut Brandt besonders eine Rainer-Fetting-Skulptur ihres Ex-Mannes. »Die würde ich am liebsten mitnehmen - ein Herzstück«, bemerkte sie leise auf norwegisch mit unübersehbar feuchten Augen und wandte sich auf deutsch an SPD-Pressesprecher Michael Donnermeyer: »Die könnte ich gut zu Hause gebrauchen.« Doch der hatte selbst ein Auge auf die Plastik geworfen: »Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass ich das gute Stück mal geschenkt bekomme, wenn ich in Rente gehe. Aber bis dahin müssen wir wohl erst mal noch ein paar Wahlen gewinnen.«

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