Zur Ausgabe
Artikel 17 / 118
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

ENTWICKLUNGSHILFE Schädliche Projekte

aus DER SPIEGEL 41/2003

Die gern als Königsweg in der Entwicklungshilfe gepriesene Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatfirmen ("Public-Private-Partnership«, PPP) ist häufig kontraproduktiv. Zu diesem Schluss kommt ein aktuelles Gutachten des unabhängigen Vereins Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (Weed). Der entwicklungspolitische Nutzen von PPP-Projekten sei »in hohem Maße fragwürdig«, so die Studie, das Kosten-Nutzen-Verhältnis »aus entwicklungspolitischer Sicht äußerst ungünstig und unausgewogen«. So sei von den 4,7 Milliarden Euro, die Deutschland zwischen 1999 und 2002 für 1067 PPP-Projekte aufbrachte, nur ein kleiner Teil in die ärmsten Staaten geflossen, profitiert hätten überwiegend relativ weit entwickelte Schwellenländer wie Brasilien, China oder Südafrika. Den meisten Unternehmen, so Weed, gelinge es zudem, »ihren Eigenbeitrag gering zu halten und ihre geschäftlichen Risiken über Mechanismen der staatlich-öffentlichen Risikoabsicherung erheblich zu verringern«. Mit Hilfe von Entwicklungsgeldern würden renditeträchtige Bereiche privatisiert, wohingegen »die übrigen Bereiche und damit die Bevölkerungsmehrheit auf öffentliche Institutionen angewiesen« blieben. Deren Finanzierung aber werde immer schwieriger - auch »weil ein Teil der Entwicklungsgelder in die Subventionierung der PPP-Projekte fließt«.

Zur Ausgabe
Artikel 17 / 118
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.