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Briefe

SCHARFSCHÜSSE
aus DER SPIEGEL 41/1966

SCHARFSCHÜSSE

Sie haben völlig recht: Die deutschen Investmentgesellschaften verweisen ihre Kunden eindringlich auf einheimische Zertifikate, und wir glauben, daß dieser Hinweis für den Anleger vorteilhaft sein wird. Seit Jahren rutschen in der Bundesrepublik die Aktienkurse nach unten. Irgendwann kommt der Umschwung, möglicherweise steht er bereits vor der Tür. In Amerika wachsen die Bäume bestimmt nicht in den Himmel. Wir wünschen es den US-Fonds nicht, aber möglich ist eine längere Talfahrt der amerikanischen Börsen durchaus. Dem aufmerksamen SPIEGEL-Leser wird Ihr Artikel im selben Heft (Heißer Sommer) wohl zu denken geben. - Soviel zur Frage: Was für Papiere soll man jetzt kaufen.

Doch nun zu Ihren Scharfschüssen. Weh hat uns Ihre Behauptung getan, die 25 deutschen Fonds hätten im vergangenen Jahr für 383 Millionen Mark Papiere abgesetzt, die »fremdländischen« für 300 Millionen Mark. Es stellt sich nur die Frage, ob diese 300 Millionen Mark nur - wie das die deutschen Investmentfonds machen - die Effektivverkäufe enthalten oder ob in dieser Zahl nicht die Sparziele der von ausländischen Gesellschaften verkauften sehr langfristigen Sparprogramme enthalten sind.

Wenn wir Ihnen sagen, daß die deutschen Fonds keinesfalls Aufbewahrungsanstalten für schwachgewordene Aktien sind, denken Sie vielleicht - das müssen die ja sagen! Aber wie sollen solche Transaktionen eigentlich gemacht werden? Fast alle der 25 deutschen Fonds haben für ihre Berichte denselben Stichtag wie die Banken. Da die Berichte veröffentlicht werden, brauchen Sie nur mit dem Bleistift abzuhaken. Finden Sie in den Vermögensaufstellungen der Fonds »in Pension gegebene Ladenhüter?« Sie werden keine finden.

Es liegt auf der Hand, daß man das Abschneiden eines Investment-Zertifikats in einem »objektiven Maßstab« messen möchte, nur erscheinen uns Aktienkurs-Indizes für einen derartigen Vergleich etwas problematisch zu sein. In der Regel wird für die- Berechnung eines solchen Indexseine Reihe von Papieren mehr oder weniger willkürlich hineingenommen; so basiert der Dow-Jones-Index auf den Kursen von 30 amerikanischen Papieren, der deutsche Aktienkurs-Index auf über 400 börsennotierten Titeln. Die Fondsvermögen werden auf jeden Fall nicht aus den gleichen Papieren bestehen, zudem sind in ihnen noch - was Sie in der »Fallschirmwirkung« richtig beschrieben haben - Barguthaben und zum Teil festverzinsliche Papiere enthalten.

Frankfurt ARBEITSGEMEINSCHAFT

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