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»SCHEINREVOLUTION UNTER HANDLUNGSZWANG«

Jürgen Habermas, 38, Ordinarius für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt, untersuchte auf dem Frankfurter Pfingstkongreß, zu dem der Verband Deutscher Studentenschaften (VDS), der SDS und andere linke Studentenorganisationen eingeladen hatten, Motive und Resultate der jüngsten Protestaktionen. Der Professor, selber ein geistiger Wegbereiter des SDS, kritisierte vor allem das Fehlverhalten dieser radikalen Studentengruppe. Die »Frankfurter Allgemeine«, die den Habermas-Vortrag das »wichtigste Referat beider Tage« nannte, mutmaßte, der Gelehrte habe am Schluß des Vortrages den Frankfurter SDS-Funktionär Hans-Jürgen Krahl gemeint, als er von einem »Agitator« sprach, »... der von kurzfristigen narzißtischen Befriedigungen« lebe. Und als »zugereisten Harlekin am Hof der Scheinrevolutionäre« habe der Professor den Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger angesprochen. Die nachstehenden Auszüge sind der vom Autor überarbeiteten Fassung seines Vortrages entnommen.
aus DER SPIEGEL 24/1968
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